Programm 7

 

Freitag, 10. Juni, 16:00 Uhr

Programm 7

Ort: Kino in der Pumpe – Kommunales Kino Kiel, Haßstraße 22, 24103 Kiel

 

Video Welle

D 2021, 12 Min / Regie: Yorck Beese

Der Rückzug ohne Lied

D / ARM 2020, 43 Min / Regie: Arturo Sayan

Ein Stück Deutschland

D / ARG 2019, 15 Min / Regie: Corinna Below

 

Video Welle

D 2021, 12 Min / Regie: Yorck Beese

 

VIDEO WELLE zeigt den letzten Tag einer Videothek in Schleswig-Holstein: Das Kamerateam spürt der Geschichte des kleinen Geschäfts in Plön nach und findet lustige, traurige und absolut kuriose Geschichten, die sich so nur in Videotheken abspielen können. Während Streaming-Dienste die Videotheken bald ganz verdrängen, hält dieser Film die Erinnerung an den Ort wach, der uns den Kinozauber einst auf die Fernsehschirme brachte.

Der Rückzug ohne Lied

D / ARM 2020, 43 Min / Regie: Arturo Sayan

 

Das Filmprojekt “Der Rückzug ohne Lied“ ist zwar keine klassische werkgetreue Verfilmung des gleichnamigen Romans von S. Schahnur, aber ein Teil der Texte und Gedanken der Hauptfigur stammt doch aus dem Buch. Es befasst sich hauptsächlich mit der Heimat, den nationalen kulturellen Traditionen und Bräuchen, Familienwerten und Vorfahren. Der Film richtet sich an die breite Öffentlichkeit und beschäftigt sich mit Fragen und Gedanken in einem universellen Kontext. Die grundlegende Idee der Migration an sich ist hier besonders wichtig. In diesem Fall erzähle ich in der Rolle des Autors indirekt und subtil eine, an die eher philosophischen Passagen des Romans angelegte, eigene Geschichte. Es geht hier primär darum, warum ich mich jetzt in Deutschland befinde und welche Erinnerungen und welche Art der Kommunikation ich mit meinen Vorfahren und mit meiner Familie ausübe. Meine Thematik ist hier in Deutschland als Einwanderungsland mehr als relevant und aktuell. Der zeitgenössische Filmbetrieb verfügt zwar bereits über ein quantitativ großes Angebot an Filmen mit dem Thema Migration, es ist aber entschieden zu betonen, dass der Film nicht in eine klischeehafte Richtung oder zu oft rezipierte Interpretation abdriftet, sondern durch eigene, eher autobiografische Herkunft des Autors authentisch und individuell ausgestaltet wird und vor allem in seiner filmisch-künstlerischen Strategie bildnerische Offenheit und Innovation anstrebt und so versucht sich abzuheben. Höchstwahrscheinlich haben die Menschen in den meisten Fällen Erfolg in einem anderen Land, aber auf der anderen Seite ist dies jedoch auch eine Art Rückzug. Im Buch findet der Hauptcharakter nach einiger Zeit sein Tagebuch und beginnt emotional berührt es zu lesen. Er entdeckt eine gewisse Tendenz, die ihn schockiert. Am Anfang schrieb er nur in seiner Muttersprache. Irgendwo in der Mitte des Tagebuchs erblickt er einige Wörter in einer Fremdsprache. Dann verwandeln sich die Wörter reibungslos in Sätze. Es stellt sich heraus, dass das Tagebuch in einer anderen Sprache endet, während er am Anfang nur seine eigene Muttersprache verwendete. Mit einem Kunstgriff wird dies im Film wie folgt realisiert: Autorentexte aus dem Roman werden von mir gelesen. Ich beginne den Film auf Armenisch und es wird zum Ende des Films allmählich in Deutsch übergehen. Der Regisseur hat den Film seinen Großeltern gewidmet. Der Film wurde von Prof. Stephan Sachs betreut.

Ein Stück Deutschland

D / ARG 2019, 15 Min / Regie: Corinna Below

 

Das Hogar Hirsch ist das Altenheim der Deutsch sprechenden Juden in Argentinien und ein Stück Deutschland. Hier kreuzen sich die Lebenswege von acht Jüd*innen, alle aus Nazideutschland geflohen. Hier leben sie, arbeiten ehrenamtlich oder haben als Ehrenamtliche gearbeitet. Der Film erzählt, was diese Menschen zusammenhält. Er erzählt Geschichten von Antisemitismus, Vertreibung, Verlust und einer tief sitzenden Identität als Deutsche. Wir begleiten Ilse, die im Heim ehrenamtlich arbeitet. Sie liest Eugenie aus „Hänsel und Gretel“ vor. Wir sehen Marion, wie Yoga-Unterricht im Altenheim gibt. Wir besuchen mit ihr Edith, die im Heim lebt. Anders als Ilse ist die 92-jährige ist nie wieder in Deutschland gewesen. „Mein Vater hat bei Karstadt gearbeitet. Gibt es das Kaufhaus noch?“ Wir sehen alle zusammen im Gespräch über das, was sie zusammenhält: Pökelfleisch und die gemeinsamen Erfahrungen. Rut und Edith begleiten wir an den Hafen, wo sie in den 1930er Jahren im rettenden Exil angekommen sind. Der Film macht spürbar, wie es ist, Antisemitismus, den Verlust von Angehörigen und Vertreibung zu verkraften. Der Film macht nachvollziehbar, warum das Deutschsein die Protagonist*innen trotz allem bis heute nicht loslässt. Der Film ist nah dran an seinen Figuren. Sie gehören zu den letzen Überlebenden des Holocaust. Fast alle sind über 90 Jahre alt.

Tischrebellen

20:00

Merlin Slamanig & Johann Schultz

Als eine hochnäsige Großmutter an Weihnachten zu Besuch bei der Familie ist und ihre Enkel mit großzügigen Geschenken zu gutem Benehmen zwingen will, gibt es für die beiden rebellischen Geschwister nur eine Lösung, um den Eindringling zu vertreiben: Sie erklären Oma den Krieg!

Insight

02:50

Lars Flug, Annika Becker

Insight erzählt in einem Schattentheater die Geschichte eines kleinen Monsters welches durch den Jungle spaziert, während sich in seinem Magen etwas ausbreitet.

And died together one day

08:30

Pola Rader

„Sie lebten glücklich zusammen und starben an demselben Tag“ – mit dieser Phrase endeten immer die Märchen über Liebe, die ich als Kleinkind gehört habe (*russische Variante). Wie enden oder wie setzen sie sich fort, die „Liebesgeschichten“ in der Wirklichkeit? Die Romantisierung des Begriffs von Liebe in der modernen Welt und der Konflikt dieser Anschauung mit der Realität sind Grundlage dieses Films. Hier wird untersucht, wie und inwiefern der kulturelle Mythos über Liebe unser Bewusstsein bestimmt. Dafür wende ich mich meinen persönlichen Erfahrungen zu und untersuche die Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen am Beispiel meiner Eltern.  Der Film hinterfragt die durchscheinenden Grenzen zwischen Mythen und Realität und kombiniert auf diesem Weg Dokumentaraufnahmen mit übertrieben dargestellten romantischen Bildern.

Unter die Haut

03:10

Leve Kühl

Taale erinnert sich in einem Hybrid aus szenisch und dokumentarisch an eine Begegnung sexueller Übergriffigkeit, die unmittelbaren Stunden nach der Tat und wie sie der Vorfall verändert hat.

Das Glück mit den Fischen

12:28

Falk Soukup

Die Fische beißen nicht mehr an, Tochter Milla löst das Kreuzworträtsel der Tageszeitung nicht mit ihm und selbst sein Plattenspieler wird abgeschaltet. In Theos Leben machen sich Stille und Einsamkeit breit. Und was bleiben dem älteren Norddeutschen? Schöne Stunden mit seiner geliebten Ilvy oder bloß die Erinnerungen an vergangene, bessere Zeiten? Theo findet darauf seine ganz eigene Antwort und macht sich auf die Suche nach seinem Glück mit den Fischen.

Hoogwater

08:54

Lennard Haye

Mitten im Wattenmeer, auf einer einsamen Warft lebt die Großmutter Helene. Obwohl sie schon erste Anzeichen von Demenz aufzeigt, ist sie dort ganz auf sich allein gestellt. Jede Woche muss ihr Enkel Erik sie mit der Lore besuchen kommen, um ihr den wöchentlichen Vorrat an Tabletten vom Festland vorbeizubringen. Dieses Mal hat er aber auch noch den Auftrag von seinen Eltern, seiner Oma ihren Umzug in ein Altersheim zu verkünden. Wie wird die Großmutter mit dieser Nachricht umgehen? Euch erwartet ein spannungsgeladenes Drama mit Wendungen und atmosphärischen Bildern. Im Kern geht es aber um das Verhältnis von Generationen, die sich immer fremder werden. Acht hochmotivierte Studierende und zwei großartige Schauspielende haben sich im Januar 2020 an die Nordsee begeben, um diesen Film in die Tat umzusetzen.

Die Schönheit der Mathematik

10:00

Sarah Gorf-Roloff

Auch Mathematiker haben Gefühle! Deswegen erzählen in dieser animierten Serie Mathematik-Professor:innen, was für Gefühle die Mathematik in ihnen auslöst – und worin tatsächlich ihre Schönheit besteht. Diese Serie entstand als Auftragsarbeit für den Fachbereich Mathematik zwecks Wissenschaftskommunikation der MIN-Fakultät der Universität Hamburg. Die Serie wurde entwickelt und umgesetzt von Studio Ranokel | Sarah Gorf-Roloff.