Programm 4

PPMelanie Lischkerrogramm 4

Programm 4

Donnerstag, 9. Juni, 18:00 Uhr

Programm 4

Ort: METRO Kino im Schloßhof, Holtenauer Straße 162-170, 24105 Kiel

Bilder (m)einer Mutter

Bilder (m)einer Mutter

D 2021, 90 Min / Melanie Lischker

 

„BILDER (M)EINER MUTTER“ spannt als außergewöhnliches Zeitdokument einen Bogen durch die Jahrzehnte bundesdeutscher Geschichte und ist dabei eine Suche der Filmemacherin Melanie Lischker nach der eigenen Mutter. Basierend auf über 100 Stunden Super8-und Videomaterial, das jahrzehntelang vom Vater und schließlich von der Tochter, der Regisseurin des Films, akribisch aufgenommen wurde, gibt der Film hautnah und mit großer emotionaler Wucht Einblick in die Anatomie eines Familienlebens.

Die eindrückliche Montage seziert die Dramatik der Lebensgeschichte der Mutter der Regisseurin, die an den starren Rollenvorstellungen der bundesrepublikanischen Provinz zerbricht. Schon lange bevor sie der Familie durch eine Krebserkrankung entrissen wird. Mit seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem Konstrukt Mutterschaft wagt sich der Film in eine familiäre und gesellschaftliche No-go-Area und erzählt zugleich eine universale Geschichte, der man sich nicht entziehen kann.

Wie erging Eine scheinbar ganz normale Kindheit in den 80er Jahren, festgehalten auf unzähligen Videokassetten.

Darauf eine Kleinfamilie in der jeder seine Rolle spielt. Doch über dem Alltag liegt eine Schatten.

Der Vater dokumentiert mit seiner Kamera fast nebenläufig wie die Mutter zwischen Weihnachten und Schulfest immer mehr zum Schatten ihrer selbst wird. Zuerst verschwindet sie aus den Videoaufnahmen,

dann schließlich ganz aus dem Familienleben. Mit dem Film fordert die Regisseurin ihre Familie heraus,

das jahrelange Schweigen um den Verlust ihrer Mutter zu brechen. Ein Tagebuch wird gefunden und

die alten Super8 Filme des Vaters, auf denen die Mutter noch verliebt in die Kamera lachte.

Wir tauchen ein in die Lebensgeschichte von Gabi, die sich als Teenager wegträumt aus der bayrischen Kleinstadt und von ihren altbackenen Eltern. Trotz der revolutionären Klischees der 70er Jahre, bleibt die Ehe für das Paar der einzig logische Weg in die Selbstständigkeit. Das damalige Klima zwischen Emanzipation und behäbigen Denkmustern färbt ab auf die Biografie der jungen Frau. Fragmente aus Gesellschaft und Politik zeigen Plenarsäle voller Männer und Flugzeuge ohne Pilotinnen. Gabi hardert mit der Umsetzung ihrer Träume während ihr Mann Karriere macht.

Die Kamera begleitet den tragischen Lebensweg einer Frau, die in die Mutterrolle stolperte und diese nie richtig annehmen konnte.

Eine Produktion von KOBERSTEIN FILM in Koproduktion mit WDR und ARTE
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