FilmFörde

Dienstag, 7. Juni, 19:00 Uhr

FilmFörde

Ort: Kieler KulturForum in der Stadtgalerie, Andreas-Gayk-Straße 31, 24103 Kiel

Preis
5  EUR / 3 EUR (ermäßigt), Geflüchtete frei

Floret Academia

D 1965, 10 Min, Regie: Kurt Denzer

Im Juni 1965 beging die Christian-Alberchts-Universität zu Kiel ihr 300. Gründungsjubiläum. Wie sah die universitäre Welt damals aus? Wie wurde dieses Ereignis zelebriert? Und wie kam das in studentischen Kreisen an? Das verrät uns die bissige Persiflage (von Denzer selbst als „Filmfeuilleton“ bezeichnete) „Floret Academia“ des damals in der Film-AG im Studentenwerk Kiel aktiven Studenten Kurt Denzer mit feinsinnig-satirischem Blick. Ein hintergründiges Werk, in dem bereits der systemkritische Geist der 1968er aufblitzt.

Erinnerungen an Masuren und Danzig

D 1993/2014, 30 Min, Regie: Kurt Denzer

 

„,Ei, wie jeht …’ klingt mir noch im Ohr, wenn mein Vater ansetzte, von früher zu erzählen. Seine humorvollen Erzählungen im Kreise von Freunden und die Fahrt mit einer Gruppe älterer Ostpreußen 1988 nach Treuburg, Lyck und Danzig bilden die Grundlage des vorliegenden Films“ sagt Denzer über den Film über seinen Vater, den Diplom-Ingenieur Kurt Denzer, der 1906 als siebtes Kind des Gutsbesitzers Wilhelm Denzer auf dem elterlichen Gut Kukowken geboren wurde. Er besuchte die einklassige Dorfschule in Kukowken und die Gymnasien in Lyck und Königsberg. Das Studium an der Technischen Hochschule Danzig schloss er mit dem Titel Diplom-Ingenieur ab. Ab 1937 war er als Bauführer bei der Strabag Bau-AG Berlin für den Bau von Autobahnen und Flugplätzen eingesetzt. Ab 1957 war er Dozent an der Ingenieurschule in Lage/Lippe und später Mitbegründer der Fachhochschule Lippe. Er und seine Frau Lilly starben im November 2001 in Detmold.

A propos Haithabu … noch Fragen?

D 2015/2021, 37 Min / Regie: Kurt Denzer

… ist eine Travestie (= komisch satirische Umbildung ernster Inhalte) auf 100 Jahre archäologischer Arbeit am mittelalterlichen Siedlungsplatz Haithabu bei Schleswig, wo 1979 das einzige bis dahin bekannte Wikingerschiff auf deutschem Boden geborgen wurde – ein Magnet auch für außerwissenschaftliche, politische Begierden.
Die ältesten darin verwendeten Filmaufnahmen sind Kopien eines 16 mm-S/W-Films aus Privatbesitz und stammen aus den 1930er Jahren, als das SS-Ahnenerbe unter der Leitung von SS-Obersturmbannführer Dr. Herbert Jankuhn von der CAU Kiel auf dem Gelände der alten Siedlung innerhalb des Halbkreiswalls seit 1930 großflächige Ausgrabungen durchführte und reichlich aussagekräftige Funde zutage förderte. Weitere Aufnahmen stammen aus der Grabung der 1960er Jahre unter der Leitung von Dr. Kurt Schietzel (CAU Kiel).
Ab 1979 dokumentierte Kurt Denzer mit Studierenden der Film-AG im Studentenwerk SH (später AG Film an der CAU) für die Landesbildstelle Kiel im Auftrag des Kultusministers des Landes Schleswig-Holstein alle Arbeitsschritte des Ausgrabungsprojekts Haithabu.
Aus Schnittresten und Archivmaterial sowie aktuellen Aufnahmen wurde die Travestie montiert. Sie bringt die Germanophilie der Deutschen zur Sprache und den Willen der damaligen Landesregierung unter Dr. Dr. Uwe Barschel, dem kleinen Ort auf der Heide mit universaler Perspektive überhöhte Bedeutung zu geben und die Wiederentdeckung dieser Siedlung durch den Dänen Sophus Müller allein für einen Schleswig-Holsteiner zu reklamieren und damit sogar Geschichtsfälschung in Kauf zu nehmen. Dieser Forderung widersetzte sich allerdings der Autor mit Ironie: er erfand den schleswig-holsteinischen Schulmeister Harm Harmsen aus Süderbrarup, ohne den alles „harmlos“ geblieben wäre.